19Sep
2016
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Die letzten Tage in Deutschland

Nachdem der Umzug weitestgehend beendet war, vergingen die folgenden Tage wie im Flug. Während die Kinder am Mittwoch in den Kindergarten gingen, fuhren Torsten und ich noch durch die Gegend, um die ganzen Behördengänge vorzunehmen. Also ab zum Bürgerbüro, um uns abzumelden. Irgendwo hatte ich gelesen, dass man in unserem Bürgerbüro auch den internationalen Führerschein beantragen und sich direkt ausstellen lassen kann. Leider war dem nicht so. Dafür mussten nach Schwelm fahren. Doch vorher ging es noch nach Dortmund. Ich musste noch eines meiner Konten kündigen, da ich es in den nächsten drei Jahren nicht benötige.

Danach nach Schwelm. Dort wollten wir unsere internationalen Führerscheine beantragen. Torsten hielt seinen nach nur wenigen Minuten in der Hand. Ich bekam meinen leider nicht. Warum? Weil der Name meines Führerscheins von dem meines Ausweises abweicht. Im Führerschein heiße ich noch Schmidt, im Ausweis aber Schmidt-Warz. Als ich damals meinen Ausweis habe ändern lassen, wurde ich darauf hingewiesen, dass ich meinen Führerschein nicht ändern lassen müsste, der sei trotz Namensänderung gültig. Dies bestätigte mir auch die Dame auf der Führerscheinstelle. Allerdings könne sie mir dennoch keinen internationalen ausstellen, dafür bräuchte ich erst die Ummeldung des normalen auf meinen neuen Nachnamen.

Okay…. Deutsche Bürokratie. Da dieser Vorgang selbst mit Express min. vier Tage dauert, wir aber nur noch bis zum Wochenende in Herdecke sind und außerdem man den Führerschein (auch den internationalen) nur dann beantragen kann, wenn man einen festen Wohnsitz in Deutschland hat, welchen wir aber eine Stunde später auch nicht mehr hatten, verzichtete ich auf den internationalen.

Also zurück nach Herdecke, um uns abzumelden. Das ging erstaunlich einfach und sogar ohne größeren Nachweis (mit Ausnahme der neuen Vermieterbescheinigung).

kein fester Wohnitz

Keiner von uns ist noch in Deutschland gemeldet. Die Kopie der Abmeldebestätigung musste jetzt noch zur Krankenkasse, Unitymedia und diversen anderen inkl. GEZ.

Mittags kamen dann sechs Personen der Flüchtlingshilfe in Herdecke vorbei und holten den Rest der Möbel ab.

Am nächsten Tag sollte auch das Kinderzimmer geholt werden. Wie sich dabei herausstellte, fehlten allerdings die Bettstangen des Kinderbettes! Ich tippe, die befinden sich auf dem Weg nach Malaysia. Ich habe den jungen Eltern diese jetzt neu bestellt und hoffe, dass sie in den kommenden Tagen bei ihnen ankommen.

Anschließend ging es mit Caro und ihren Kindern noch mal auf den Spielplatz. Ein wenig Normalität in den letzten Wochen, für die ich dankbar bin.

Am Freitag besuchten dann Alyssa und Anabel ein letztes Mal den Kindergarten in Herdecke. Wir besorgten zuvor noch ein paar Blümchen und ein kleines Dankeschön für die Erzieher und ich verabschiedete mich schon früh morgens von den meisten. Alyssa und Anabel erhielten beide ihre Abschiedsmappe. Über diese haben sie sich übrigens riesig gefreut. Einen Wehrmutstropfen gab es allerdings auch: Alyssa war unendlich traurig, dass sie ihre Freunde nicht mehr wieder sehen wird….

Team Kindergarten Kindergarten2 Kindergarten

Wir sagen an dieser Stelle noch mal danke, für die schöne Kindergartenzeit! Danke an alle, die uns in den letzten Jahren begleitet haben. Wir hoffen, von vielen von euch zu lesen oder im besten Fall mit euch zu skypen/facetimen.
Wir sind unter dem Skypenamen k.schmidt.79 zu finden.
Gerade Alyssa und Anabel freuen sich riesig über den Kontakt mit Deutschland, also bitte macht davon Gebrauch.

Abends grillten wir noch mit Laila, ihrem Mann Jens, Alyssas Freundin Elisa und Anabels Freund Malte. Danke für den netten Abend. Die Gin-Tonic-Mischung war der Hammer!

Am nächsten Morgen machten wir den Rest der Wohnung noch leer, da noch immer der Inhalt für zwei Kisten darin standen. Dann wurde das Auto voll gepackt und wir fuhren zu meinen Eltern. Hier verbrachten wir noch die letzten Tage bis zu unserem Abflug. Dabei mussten auch noch mind. vier Packversuche gemacht werden, um alles, was sich in den letzten Tagen noch angesammelt hatte, unter zu bekommen. Das Fazit: unser vierter kleiner Koffer war einfach zu klein. Also liehen wir uns von meinen Eltern noch einen großen und ließen den kleinen kurzerhand da. Torsten wird voraussichtlich in ein paar Wochen wieder in Deutschland sein, dann kann er die Koffer austauschen.

Dienstagabend war es dann soweit. Es ging zum Frankfurter Flughafen. Wir fuhren zusammen mit meiner Schwester Bianca, die zwei unserer Koffer transportierte, zum Flughafen, verabschiedeten uns schnell, da es sonst ein Vermögen kostet.

voll bepackt

Anschließend übergaben wir unser Auto an meinen Schwager Maik, der mit dem Zug zum Flughafen gereist war. Er nahm unser Auto in Empfang und fuhr damit gen Thüringen. Das Auto soll in den kommenden Wochen verkauft werden; mitnehmen konnten wir es leider nicht.

Dann noch zum Schalter, Gepäck und Kindersitze aufgeben und noch das letzte Foto aus Deutschland machen, bevor es in den A 380 gen Singapur ging:

frankfurt-airport

Wir sagen: Goodbye Germany. See you next year.

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