07Feb
2017
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Cameron Highlands – der Gemüsegarten Malaysias

Am Wochenende haben wir mal wieder einen Kurztrip in Malaysia gemacht. Diesmal ins Inland – zu den Cameron Highlands.

Die Cameron Highlands sind der Obst- und Gemüsegarten Malaysias. Sie liegen auf einer Hochebene, die ca. 1.100 – 1.600m üNN hoch ist. Der für die britische Regierung tätige Landvermesser Sir William Cameron entdeckte die Highlands 1885 und brachte sie auf die Landkarten. Sie wurden nach ihm benannt.
In den Cameron Highlands findet man viele Erdbeerfarmen und riesige Teeplantagen. Diese wurden früher hauptsächlichen Indern bearbeitet, da diese besser mit dem Klima zurecht kamen. (Höchsttemperaturen 23°C am Tag und Minimum ca. 15°C in der Nacht) Deshalb findet man auch heute noch viele kleine Hindutempel in den Highlands. Heutzutage kommen die meisten Arbeiter allerdings aus Indonesien.
Die größte Teefarm ist die BOH Tea plantation. BOH bedeutet Best Of Highlands – also „das Beste der Highlands“ und wurde 1929 von J.A. Russel – einem Briten – gegründet. BOH besitzt in den Cameron Highlands insgesamt vier Teeplantagen mit insgesamt 1.200 ha Land und ca. 4 Mio. kg  Tee/Jahr, was 70% des gesamten malaysischen Tees ausmacht. Eine dieser Teeplantagen, den Sungai Palas Tea Garden, haben wir besucht.

Nach einer sehr kurvenreichen Fahrt mit dem Auto ging es zu Fuß weiter durch einen Pfad im Teefeld bis hinauf zur BOH Tea Estate. Hier findet man einen modernen Neubau, der die Besucher mit einem integrierten Café und einem tollen Ausblick lockt.

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In dem Gebäude befindet sich auch ein Shop und viele Informationstafeln zum Thema Teeanbau. Hat man das längliche Gebäude einmal durchlaufen, kommt man in die noch dort bestehende Teefabrik. Hier kann man sich den Prozess der Teeherstellung von Anfang bis Ende anschauen.

Zunächst werden die Teeblätter auf den Hängen geerntet. Dazu gibt es drei unterschiedliche Vorgehensweisen, je nachdem wo sich die Büsche befinden. Die flachen Teefelder im Tal werden mit Maschinen geerntet, die durch die Reihen fahren. Die etwas hügeligeren mit einer Maschine, die aussieht wie eine Kreuzung zwischen einer großen elektronischen Gartenschere (ca. 1m) und dem Motor eines benzinbetriebenen Rasentrimmers Baujahr 2000 oder früher. Die steilen Berghänge werden noch immer von Hand abgeerntet.

Sämtliche Blätter kommen anschließenden eine Rollmaschine (Baujahr 1935!). Hier werden die Blätter gerollt, gebogen und gebrochen, um die internen Zellen zu zerstören. Dabei tritt Saft aus, der nun fermentieren kann. Anschließend werden die fermentierten Blätter in einer Art Backofen bei 100°C getrocknet. Dies beendet den Fermentierungsprozess und verringert die Feuchtigkeit auf unter 3%. Dadurch erhalten die Blätter auch ihre knackige dunkle Form. Dieser Prozess dauert übrigens ca. 20 Minuten. Zum Schluss werden die getrockneten Teeblätter in verschiedenen Sieben nach Größe sortiert und sie Stiele aussortiert. Jeder Tee von grob bis fein hat seinen eigenen Geschmack.

 

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Alle drei Wochen können die Felder erneut geerntet werden. Dabei werden nur die frischesten Blätter gepflückt. Der Tee, der hier produziert wird ist übrigens ein Schwarztee.

 

 

Am nächstenTag ging es schon früh morgens um 6:30 Uhr auf Tour. Mit warmem Tee und Kleidung im Zwiebelschalenprinzip gerüstet, ging es in Richtung Gurung Brinchang – den mit 2032m Höhe höchsten befahrbaren Berg Westmalaysias.Auf ungefähr halber Strecke bot sich eine gute Stelle, zum den Sonnenaufgang über den Highlands zu genießen.

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Nach einem stärkenden Frühstück zurück im Apartmenthotel Copthorne ging es erneut auf den Berg. Diesmal bis ganz nach oben. Dort befindet sich neben einem Aussichtsturm auch ein Mooswald.

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Leider ist dieser in der Regenzeit von November bis 31. Januar gesperrt. Wir waren 2 Tage zu früh dort. Also wanderten wir die kurze Strecke bis zum Aussichtsturm um den Ausblick über die Highlands zu genießen. Doch auch hier hatten wir erneut Pech. An klaren Tagen hat man angeblich eine 360° Sicht und kann in der Ferne sogar das Meer sehen. Wir sahen auf der einen Seite leider nur eine dicke fette Nebelwand und auf der anderen einige nebelverhangene Berge.

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Auf dem Rückweg zum Auto sahen wir, dass eine geführte Touristengruppe links auf einen sehr versteckten Trampelpfad abbog. Auf dem Hinweg war uns dieser nicht einmal als solcher aufgefallen. Da wir abenteuerlustig sind, kletterten wir munter hinterher. Wir waren übrigens nicht die einzigen, da war ganz schön was los. Wir schlitterten auf nassem Untergrund durch einen Teil des Mooswaldes und sahen Wildorchideen und Kannenpflanzen, die hier Monkey Cups (also Affenbecher) genannt werden, an den Bäumen hängen. Uns begegneten eine Menge chinesischer Touristen, die den Weg mit Flipflops begangen hatten. Einige von ihnen liefen zum Schluss nur noch barfuß. Auch der Abgang war abenteuerlustig. An einem ca. 6 Meter hohen Abhang mussten wir uns mit nassen rutschigen Schuhen abseilen. Gut, dass wir noch etwas Hilfe von zwei Amerikanern hatten, die als Backpacker unterwegs waren.

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Nachdem wir alle wieder trockenen Boden unter den Füßen hatten, durften wir noch eine Minuten den Geräuschen des Regenwaldes lauschen. Hört doch mal rein:

 

Den Rest unseres aufregenden Urlaubs mit vielen tollen neuen Fotos gibt es im nächsten Blogartikel.

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