20Mai
2017
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Bürokratischer Wahnsinn auf der Führerscheinstelle

In Malaysia ist es erlaubt, seinen deutschen Führerschein inklusive einer vom deutschen Konsulat beglaubigten Übersetzung zu benutzen. Trotzdem wird empfohlen seinen Führerschein in die malaysische Version zu transferieren, da nicht alle lokalen Polizisten mit dieser Vorgabe vertraut sind und dies im Fall der Fälle Ärger verursachen könnte.

Also entschieden sich Kerstin und ich das Thema in Angriff zu nehmen. Doch was uns erwartete, ließ uns staunen..…

Benötigt wird eine beglaubigte Übersetzung des Führerscheines, ein Antragsschreiben (welches nur in malaysischer Ausführung existiert), Passfotos, der Reisepass inkl. gültigem Visa und diverse Fotokopien von den Dokumenten. Kerstin bereitete alles vor (danke noch mal dafür ;-)) und wir machten uns auf zur Kraftfahrzeugbehörde „Jabatan Pengangkutan Jalan“ kurz  J.P.J. genannt. Das war am 20.12.2016.

 

Versuch Nr. 1:

Alle Unterlagen wurden auf Vollständigkeit geprüft und die Originale mussten vorgezeigt werden. Kerstins Unterlagen waren alle vollständig; bei mir gab es nur ein kleineres Problem: Mein Reisepass war in der indischen Botschaft, da ich parallel ein Visum für meine anstehende Indien-Dienstreise beantragte und die Kopie des Reisepasses für die Beantragung des Führerscheines nicht ausreichte. Interessanter Weise bekam Kerstin ihren Führerschein direkt an diesem Tag. Sie hatte allerdings Glück, dass ich dabei war und die Kopie meines Reisepasses dabei hatte – ohne mich hätte Sie den Führerschein wohl nicht bekommen. (Ihr Aufenthaltsvisum ist wohl irgendwie mit meiner Arbeitserlaubnis verknüpft). Dafür hat die Kopie dann irgendwie doch gereicht. Warum auch immer…

Abschließend wurde mir bestätigt, dass, wenn ich das nächste Mal mit dem Original-Reisepass vorbei komme, alles recht fix ablaufen sollte.

Fazit: Kerstin hatte ihren malaysischen Führerschein und ich musste wohl noch einmal wiederkommen.

Versuch Nr. 2:

Hoffnungsfroh habe ich mich erneut auf den Weg zum J.P.J. gemacht und alle Unterlagen wieder mitgebracht inkl. Original-Reisepass. Problematik dieses Mal: Es wurde noch ein Schreiben meines Arbeitgebers benötigt, das bestätigt, dass ich auch tatsächlich für ihn arbeite. Leider stand das nirgendwo und beim ersten Termin wurde dies auch nicht beanstandet. Ich stellte schnell fest, dass meine Argumentation: „Ohne meinen Arbeitgeber hätte ich doch gar keine Arbeitserlaubnis – Siehe working permit im Reisepass“ nicht auf fruchtbaren Boden fiel. Ich zog also unverrichteter Dinge wieder ab.

 

Versuch Nr. 3:

Nach dem ich jetzt noch das offizielle Schreiben meiner Firma hatte, dachte ich, jetzt sollte der Vorgang erfolgreich abgeschlossen werden können. Ich hatte allerdings nicht damit gerechnet, dass mittlerweile wohl ein neuer „Boss“ das J.P.J. führte, der zunächst alle meine Unterlagen noch mal prüfen und genehmigen musste. Dies war natürlich nicht mehr am selben Tag möglich. Wie ihr mich kennt, bin ich ein sehr geduldiger Mensch. Ich verabschiedete mich also höflich mit dem festen Entschluss, nicht mehr wiederzukommen und einfach weiter meinen internationalen Führerschein zu nutzen (andere Expats machen das schon seit längerem und sind damit auch bei Verkehrskontrollen durchgekommen).

 

Versuch Nr. 4:

Nachdem ich nach meinem letzten Besuch im J.P.J drei Mal angerufen wurde, mit dem Hinweis das jetzt alles i.O. ist und ich nur noch zur Führerscheinerstellung vorbeikommen müsse, machte ich mich etwas widerwillig auf zum letzten und wie ihr seht, letztendlich erfolgreichen Versuch.

Am Ende war es doch etwas aufwendiger als gedacht und hat mich insgesamt vier Anläufe beim J.P.J. gekostet.

Am 27.04.2017 war es dann soweit und ich bekam meinen malaysischen Führerschein ausgehändigt: Endlich!

Mein Fazit: Unsere Bürokratie in Deutschland ist gar nicht so schlecht.

 

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