31Jan
2018
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Thaipusam – das hinduistische Fest der Schmerzen

Thaipusam ist eines der außergewöhnlichsten Festivals in der Welt, und der beste Ort, um es in all seiner lebendigen, unkonventionellen Pracht zu erleben, ist in Penang! 

Es gilt als eines der wichtigsten Festivals unter den Hindus in Malaysia und Singapur. Das Wort Thaipusam kommt von dem Wort „thai“, das Zehntel bedeutet, und „pusam“ bedeutet „wenn der Mond am hellsten ist“. Es wird jedes Jahr im tamilischen Monat Thai begangen, der je nach Vollmond im Januar oder Februar liegt. In diesem Jahr ist es heute, am 31. Januar. Es ist ein Fest der Schmerzen und Qualen zu Ehren des Gottes Murugan.
Der Sage nach sorgte der Dämon Tharakasuran auf der Welt für Unheil. Die Götter Shiva und Parvati legten ihrem Sohn Murugan die Bürde auf, das Böse zu besiegen.
Parvati stattete ihren Sohn mit einem Speer aus, mit Hilfe dessen der er erst dem Bösen den Garaus machte und dann als Kriegsgott der Tamilen hervorging und es war an Thaipusam, als er vor seinen Gläubigen auf einem Pfau erschien.

Thaipusam wird in Malaysia an mehreren Orten gefeiert. Die beiden größten sind die Batu Caves in Kuala Lumpur und der Waterfall Hill Temple hier bei uns in Penang. Schätzungen zufolge sind 1,2 Millionen Menschen nach Penang gereist, um dieses Fest hier zu feiern. Da wir es im letzten Jahr leider nicht besucht haben, haben wir uns heute dann auch einmal in die Stadt begeben, um uns wenigstens einen Teil des Festes anzuschauen. Das Fest wird normalerweise über zwei Tage begangen und startete bereits gestern. In Penang beginnt die Veranstaltung gegen 4 Uhr morgens, wenn die Gläubigen hinter dem kleinen Tempel an der Kreuzung Jalan Utama und Gottleib und vor dem Sri Muthu Mariamman Tempel vor Lorong Kulit „gepierct“ werden. Die Piercings passieren bis ca. 7-8 Uhr und die Feierlichkeiten dauern bis Mitternacht. 

Die Feierlichkeiten konzentrieren sich auf die Statue von Lord Murugan, die geschmückt auf einem Wagen steht und auf einer Prozession durch die Stadt zu einem Tempel geführt wird. Man glaubt, dass er Gebete beantwortet und Gefälligkeiten verteilt, weshalb seine Anhänger Gelübde in Dankbarkeit ablegen und strenge Formen der Buße praktizieren.

Dieses Fest ist definitiv nichts für zarte Gemüter, denn wer bei dem Wort Piercing an einige kleinere denkt, wird schnell eines Besseren belehrt: Einige Gläubige werden von riesigen Haken oder Speeren durchbohrt, um ihre Hingabe zu zeigen, oder um den Göttern zu danken. Andere haben silberne Spieße durch Wangen und Zungen gebohrt oder reich verzierte Nadeln in Stirn und Augenbrauen. Andere durchstechen ihre Rücken- und Brusthaut mit unzähligen Haken. Dann gibt es jene, die an den Haken Seile befestigen, mit denen sie Familienmitglieder als Gewicht hinter sich her ziehen. Dann ziehen die Menschen teilweise kilometerweit zum Haupttempel, um dort Opfergaben zu geben. Auf der Straße werden Kokosnüsse zerbrochen, um den Pfad für die Gläubigen zu reinigen. Überall stehen Menschen und verkaufen Pfauenfedern. Außerdem sieht man viele Hindus, die Töpfe mit Milch auf ihren Köpfen tragen, um sie zum Tempel zu bringen. Andere tragen zweistöckige, bunte Kavatis auf ihren Schultern.

Für dieses überwältigende Fest versammeln sich mehr als eine Million Menschen in den Batu-Höhlen in Kuala Lampur und in der Nähe des Waterfall Hill Temple in Penang. Jeder ist willkommen. Für uns war es total spannend, ein solches Fest zu sehen. Aber seht selbst: 

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